Im Schrein der Mielikki

[Protokoll der 2. Sitzung vom 05.05.15]

Nun, nachdem also die Räuber soweit ruhig gestellt waren – wir wollten sie einer Gerichtbarkeit vorführen – & Kinquel der Mielikki Blumen dargebracht hatte, widmeten wir uns der Falltür. Unter dieser tat sich ein Gang auf, der in einen Raum mündete, von dem wiederum 7 weitere Türen abgingen. Als wir auch hier keinerlei Fallen ausmachen konnten, widmeten wir uns diesen nacheinander. Mein Gespür verriet mir, dass Untote auf uns warteten, die laut den elfischen Beschriftungen an den Türen einst Ordensbrüder gewesen sein müssen.  Nach kurzer Zeit hatten wir ihre verbliebenen Knochen zertrümmert. Die letzte Tür führte laut ihrer Beschriftung in die Zelle des Hohen Meisters. Vor der etwaigen Begegnung mit eben diesem entschlossen wir uns jedoch für eine Rast. Gleich das erste Skelett landete unglückseeliger weise einen Teffer, der mir nebst einer üblen Kopfwunde auch Schmerzen selbiges bescherte. Burik heilte mich zwar, doch ein dumpfes Brummen vermochte er mir nicht gänzlich zu nehmen. Zudem  hielten wir es für sinnvoller, wenn er ebenso erfrischt und im Vollbesitz seiner Kräfte sei & Kinquel stöberte in seinem Zauberbuch. Denzil hielt derweil Wacht. Die Banditen waren leider ausgerissen – wie auch immer ihnen das gelungen sein mag.

 
Zurück im unterirdischen Raum stellte ich irritiert fest, dass uns kein untoter Hoher Meister wie seine Brüder erwartete. Als wir seinen Raum betraten war er garnicht aufzufinden. Hinterlassen hatte er seinen Raum, als ob er ihn einfach verlassen habe ohne wiederzukehren. Ebenso wie überall sonst auf dieser Ebene zeugte nur jahrhunderte unangetasteter Staub von der Zeit, die niemand Lebendes hier unten verweilte. Als Kin des mit Pergamenten übersäten Schreibtisches gewahr wurde war’s um ihn geschehen.  Burik vergewisserte sich, dass aus den anderen Zellen keine weitere Gefahr drohte, währen Denzil Wache stand. Ich besah mir derweil einen Schrank, in welchem sich noch mehr Pergamente stapelten. Wir konnten ihnen entnehmen, dass es wohl Bauarbeiten gegeben haben muss, jedoch größere als der oberirdische Tempel und diese Zellen erklären würde. Nachdem Kin auch das Tagebuch des Hohen Meisters Naony fand lüftete es einen Teil des Rätsels. Es musste noch eine weitere unterirdische Ebene geben in die Drows vor 250 Jahren  eingefallen waren. Diese hatten die Priester verflucht. Ebenso war von einem Schatz – der farblosen Rose, wie wir spekulierten – die Rede. Mehr lies sich nicht entnehmen.

 
Nachdem wir noch ein verstecktes Kästchen im Schrank fanden, dessen Inhalt sich als Heiltrank und zwei Zauberrollen entpuppte, war unsere Inspektion soweit abgeschlossen. Die Geheimtür, so wir sie einmal entdeckt hatten, stellte kein Hindernis mehr dar. Diese eröffnete sich zu einer Wendeltreppe, die laut Kin um die 200 Stufen gehabt haben muss. Wenn er nichts besseres zu tun hat als Stufen zu zählen… Nunja, Zauberer eben. Am Ende gelangten wir in eine gewaltige Kaverne, die ein 5 Fuß breiter Fluß teilte. Diesen überspannte eine Brücke auf der sich etwas befand. Bei näherer Betrachtung entpuppte es sich als der meditierende Naony. Dieser lüftete die verbliebenen Geheimnisse. Die Priester hatten die Drow erfolgreich zurück geschlagen. Der Letzte bannte sie jedoch mit einem Fluch, der es ihnen verbot, noch einmal das Sonnenlicht zu sehen. So hatten die Priester ihr restliches Dasein in dieser unterirdischen, auferlegten Klausur verbracht. Der Durchbruch, durch den die Drows eingefallen waren war von den Priestern – so gut es eben ging – mit Steinen und Geröll verbarrikadiert worden. Seit dem schien der Meister meditiert zu haben. Kinquel fragte ihn schließlich nach der farblosen Rose – immerhin der Grund für unser Hiersein. Der Oberste Meister hatte geschworen, den Schatz zu beschützen.  In den Jahrhunderten, die er hier unten verbracht hatte, fiel ihm jedoch eine List ein, seinen Schwur zu umgehen. Jemand musste ihn körperlich oder geistig in einem Kampf besiegen, die Regel lautete jedoch, niemanden zu verletze. Da er schon sehr gebrechlich & entrückt wirkte, scheute ich mich davor, mit ihm zu kämpfen. Ich wollte ihn nicht verletzen. So entschied sich Burik für ein Duell der Geister. Bevor es jedoch wirklich zur Sache ging, ergab sich Naony – Burik schien der zu sein, auf den er so lange gewartet hatte, auch wenn er nicht Mieliki folgte. Als Naony bei Seite trat erkannten wir auch ein Podest, von einem taghellen Strahlen erleuchtet und darauf eine Rosenblüte aus durchsichtigem Bergkristall. Naony erklärte uns, dass dies ein Relikt sei, um mit Mieliki selbst zu kommunizieren. Er sprach jedoch auch eine Warnung an Burik aus: Er sollte sich nicht von dem Offensichtlichen täuschen lassen. Bereits davor hatten wir schon dumpfes Scharren hinter den Steinen ausgemacht, nun jedoch schien jemand ernsthaft darum bemüht hindurchzubrechen. Daher postierte ich mich nahe des Gerölls und bekam nicht alles mit, was weiter geschah. Die Rose auf dem Podest jedenfalls entpuppte sich als Illusion. Jedoch unter der Brücke schwamm schließlich eine farblose Seerose. Burik und Kinquel waren am Beratschlagen, wie mit der Rose zu verfahren sei und ob wir kämpfen oder flüchten wollten – denn nun war offensichtlich, das binnen kürzester Zeit Besuch eintreffen würde. Mir stieg bereits ein äußerst unangenehmer Geruch in die Nase…

 
Um es kurz zu machen – schließlich rede ich nun schon eine geraume Weile – kam es zum Kampf. 6 Troglodyte brachen durch, bei deren Erscheinen sich der unwillkürliche Gedanke aufdrängte, dass ihr Gestank so bestialisch sein musste, wie die Hose eines Orks. Keine sonderlich erbaulichen Gedanken… Der Kampf war hart und erbittert & wir mussten schwere Geschütze auffahren. Ohne die gefundenen Rollen, Buriks heilende Hände, Kins Magie & mein Blitzatem wären wir wohl nicht alle 5 lebendig aus dem Kampf hervorgetreten. Ja, ganz Recht, 5! Der alte Meister hatte es sich nicht nehmen lassen, ebenfalls mit zu kämpfen. Ihn hatte es zwar am schlimmsten erwischt, aber er hatte auch mehr ausgeteilt, als ich ihm im Stillen zugetraut hätte… Doch so obsiegten wir schließlich.

4 comments to Im Schrein der Mielikki

  • Kin  says:

    Ich finde Deinen Erzählstil klasse, nee superklasse.

  • Admin free-unicorn.de  says:

    Aus der Kategorie Allgemein nach Rockseeker verschoben.

  • Fleder  says:

    Ich nehme euer Lob dankend an. ^-^

  • Johannes Johannes  says:

    Schmunzel! Ich kann Kin nur zustimmen.

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